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Bayerische Stiftung Hospiz

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Historie

Hospiz ist ein Konzept, eine Haltung, eine Einstellung. Weltweit hat es sich die Hospizbewegung zur Aufgabe gemacht, Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen zur Seite zu stehen, um ihnen das Leben – auch wenn es zu Ende geht – lebenswert zu machen, um das Sterben schmerzfrei und menschenwürdig zu gestalten, den Sterbenden einen Abschied in der vertrauten häuslichen Umgebung im Kreis der Angehörigen zu ermöglichen. Sterbebegleitung statt Sterbehilfe!

Von dieser enormen Motivation überzeugt, haben sich am 21.9.1999 der Freistaat Bayern, der Bayerische Hospizverband, der Christophorus – Hospizverein sowie der Orden der Barmherzigen Brüder zusammengetan und die Bayerische Stiftung Hospiz – als Stiftung des bürgerlichen Rechts – gegründet. Die Bayerische Stiftung Hospiz hilft dort, wo das große ehrenamtliche Engagement der Hospizhelferinnen und -helfer allein nicht genügt. Wie die Schirmherrin der Stiftung, Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer, betont, ist es Aufgabe der Stiftung, den Hospizgedanken zu verbreiten und die Sterbebegleitung überall da, wo Mensch sterben, zu verbessern. Dazu gehört z.B. die Verbreitung der Palliativmedizin, der Aufbau eines Netzwerks mit ambulanten, teilstationären und auch vollstationären Hospizeinrichtungen, die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller in der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender Tätigen sowie die Forschung.

Organe der Stiftung sind – neben der Schirmherrin, der Bayerischen Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christine Haderthauer – Stiftungsrat und Stiftungsvorstand. Neben Vertretern der Stifter gehört auch ein Vertreter der freien Wohlfahrtspflege dem Stiftungsrat an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bis zu sieben Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in den Stiftungsrat aufzunehmen. Stiftungsvorstand, d.h. der gesetzliche Vertreter der Stiftung, ist der jeweilige Leiter des Sachgebiets "Stiftungen, Familienförderung" im Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Das Gründungskapital betrug etwa 100.000 €. Hinzu kamen Zustiftungen durch den Freistaat Bayern in Höhe von etwa 5,5 Millionen Euro – dieses Geld stellt das Grundstockvermögen dar, welches stiftungsrechtlich selbst nicht aufgebraucht werden darf, dessen Erlöse aus der Vermögensverwaltung aber die Einnahmequelle der Stiftung darstellen.

Die Stiftung hat in den 10 Jahren ihres Bestehens rund 2 Millionen Euro für die Verbesserung der Sterbebegleitung zur Verfügung gestellt. Um den Wunsch der meisten Menschen zu verwirklichen, möglichst in vertrauter Umgebung zu sterben, hat sie dabei in erster Linie die ambulante Hospizarbeit unterstützt. Vielen Hospizvereinen konnte durch eine Anschubfinanzierung der Start erleichtert werden. Seit 2002 fördert die Bayerische Stiftung Hospiz zudem gemeinnützig tätige Hospizvereine mit einer Pauschale von bis zu einem Euro für jede geleistete Hospizhelfer-Einsatzstunde. Daneben werden u.a. Fachtagungen, Seminare und Modellprojekte finanziert, um z.B. die Sterbebegleitung in den Alten- und Pflegeheimen zu verbessern.

Trotz all dieser beeindruckenden Zahlen und Aktivitäten stehen wir noch am Anfang. Immer noch sterben 55 % der Bevölkerung in Deutschland in einem Krankenhaus, 30 % in einem Alten- und Pflegeheim und lediglich 10 % zu Hause. Gleichzeitig wünschen sich 90 %, zu Hause im Kreise ihrer Nächsten zu sterben. Hier muss ein Umdenken und eine Kehrtwende stattfinden. Hospizidee und Palliativmedizin müssen in alle Bereiche unseres Gesundheitswesens integriert werden. Die Hausärzte brauchen ausreichende Kenntnisse in Schmerztherapie, unsere Krankenschwestern und Pfleger müssen in der Sterbebegleitung fortgebildet werden und schließlich brauchen wir einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung: Sterben gehört zu unserem Leben dazu.

Die Bayerische Stiftung Hospiz hat sich viel vorgenommen. Um diese Ziele zu erreichen, ist sie auf Unterstützung angewiesen. Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen, die 50 bis 70 % ihrer Einnahmen für die Verwaltung aufwenden müssen, trägt jeder Euro, der der Bayerischen Stiftung Hospiz zufließt, unmittelbar dazu bei, die Sterbebegleitung zu verbessern. Dies ist möglich, weil der Freistaat Bayern über das Zentrum Bayern Familie und Soziales das Personal zur Verwaltung der Stiftung kostenlos zur Verfügung stellt. Jedoch ist die Bayerische Stiftung Hospiz auch auf Spenden angewiesen, um ihre Arbeit auch zukünftig durchführen und ausbauen zu können.


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