Übers Sterben reden: drei Fragen als Einstieg.

Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal mit Ihren Großeltern, Eltern, Geschwistern, Kindern oder engen Freunden über das Sterben gesprochen? Und haben Sie das Gespräch jemals mit sich selbst geführt? Wir haben Profis aus der Hospiz- und Palliativarbeit gefragt, wie sie selbst ein Gespräch über das Sterben und die gute Vorsorge eröffnen würden.

„Mama: Gibt es etwas, das dich sorgt?“

„Vielleicht antwortet Ihre Mutter dann zum Beispiel: `Wenn mal etwas mit mir wäre: Um mich würde ich mich nicht sorgen, aber der Papa kann sich doch nicht mal ein Käsebrot selber schmieren …´ Und schon sind Sie mitten im Gespräch.“

(Dr. Marcus Schlemmer, Chefarzt der Palliativstation am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München)

„Wer liebt mich am meisten?“

„Ich bin kein Fan von Patientenverfügungen, weil sie oft nicht genau die gerade wichtige Frage beantworten. Deshalb empfehle ich eine Vorsorgevollmacht. Wen sollte ich bevollmächtigen? Nicht den Menschen, der am meisten an mir klebt und im Zweifelsfall nicht loslassen kann. Derjenige sollte mein Fürsprecher werden, der mich so sehr liebt, dass er mich auch gehen lässt. Der Bevollmächtigte muss übrigens keine medizinischen Entscheidungen treffen! Er soll den mutmaßlichen Willen des Betroffenen kundtun. Vielleicht sagt er: `Der XY hat mal einen Menschen reglos im Rollstuhl gesehen und gesagt, dass er so auf keinen Fall leben will.“

(Dr. Marcus Schlemmer, Chefarzt der Palliativstation am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München)

„Wer soll sich um deine Sachen kümmern, wenn du es einmal nicht mehr selbst kannst?“

„Viele kranke Menschen trauen sich nicht zu fragen. Sie glauben, andere damit zu belasten. Eine behutsam gestellte Frage kann zu einem offenen Gespräch führen.“

(Dr. Thomas Binsack, Vorsitzender des Stiftungsrats der Bayerischen Stiftung Hospiz)

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