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Bayerische Stiftung Hospiz

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Rede
von
Staatsministerin Christa Stewens
Vernissage "Wo Worte fehlen"
der Bayerischen Stiftung Hospiz
Starnberg, den 10.03.04, um 19 Uhr

 

Sehr geehrter Herr Kamprath,
hochwürdigster Pater Anselm,
IKH Beatrice Prinzessin von Bayern,
sehr geehrte Frau Kraus,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

"Menschen fürchten den Tod, wie Kinder sich fürchten, im Dunkeln zu gehen" hat Francis Bacon einst formuliert. Umso mehr freue ich mich, dass Sie heute zur Eröffnung der Ausstellung "Wo Worte fehlen" hier in die Kreissparkasse nach Starnberg gekommen sind und sich ganz bewusst dem Thema "Sterben" stellen. Sie tragen dazu bei, das gesellschaftliche Tabu aufzubrechen und Sterben wieder als selbstverständlichen Bestandteil unseres Lebens zu sehen.

Wie die Geburt ist auch der Tod Teil unseres Lebens. Sterbenden ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt zu ermöglichen, ist nicht nur das Ziel der Hospizbewegung, sondern wesentliches Element einer humanen Gesellschaft.

Leistungsbilanz

Wir haben in Bayern eine stolze Bilanz vorzuweisen:

Hospizvereine

  • Ein flächendeckendes Netz mit rund 115 Hospizvereinen mit über 3000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Sie helfen mit, dass Sterbende auch die letzte Phase ihres Lebens würdevoll erleben können, Sie geben ihnen bis zum letzten Augenblick das Gefühl, wichtig zu sein.

§ 39a Abs. 2
SGB V

Stationärer Bereich

  • Der Freistaat Bayern hat darüber hinaus seit 1997 mehr als 4,2 Mio. aus Privatisierungserlösen für die Errichtung von stationären Hospizen, von Palliativstationen an Krankenhäusern sowie von Akademien für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit bereitgestellt. Heute verfügen wir über 17 Palliativstationen mit 154 Betten und 8 stationären Hospizen mit insgesamt rd. 64 Plätzen. Weitere Palliativeinheiten sind in Planung oder werden in Kürze eröffnet, so zum Beispiel am Klinikum Großhadern.

Bayerische
Stiftung Hospiz

  • Aus der Hospizbewegung heraus, mit Unterstützung des Freistaates Bayern wurde 1999 die Bayerische Stiftung Hospiz ins Leben gerufen, deren Schirmherrschaft ich gerne übernommen habe. Sie verfügt heute über ein Grundstockvermögen von 3,57 Mio. € und hat bisher rund 600.000 € für die Verbreitung der Hospizidee und die Verbesserung der Sterbebegleitung ausgereicht. So z.B. für die Unterstützung der Hospizvereine, für Schulungsmaßnahmen, für Fachtagungen und Projekte.

Künftige Aufgaben

Trotz all dieser beeindruckenden Zahlen und Aktivitäten stehen wir noch am Anfang. Immer noch sterben 55 % der Bevölkerung in Deutschland in einem Krankenhaus, 30 % in einem Alten- und Pflegeheim und lediglich 10 % zu Hause. Hier muss ein Umdenken, eine Kehrtwende stattfinden, denn 90 % der Menschen möchten zu Hause im Kreise ihrer Nächsten sterben.
Nach meiner Überzeugung müssen Hospizidee und Palliativmedizin in unser Gesundheitswesens integriert werden.

  • Hausärzte brauchen ausreichende Kenntnisse in Schmerztherapie
  • Krankenschwestern und Pfleger müssen in der Sterbebegleitung fortgebildet werden
  • schließlich brauchen wir einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung.

Spendenaufruf

Die Bayerische Stiftung Hospiz hat sich viel vorgenommen. Um diese Ziele zu erreichen, ist sie auf Unterstützung angewiesen. Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen, die 50 bis 70 % ihrer Einnahmen für die Verwaltung aufwenden müssen, trägt jeder Euro, der der Bayerischen Stiftung Hospiz zufließt, unmittelbar dazu bei, die Sterbebegleitung zu verbessern.

Die jungen Damen, die die Lose verteilt haben, nehmen gerne Ihre Spende entgegen. Dafür bereits jetzt ein herzliches "Vergelt's Gott". Die Stiftung stellt Ihnen auf Wunsch natürlich auch eine Spendenbescheinigung aus.

CDs zugunsten
der Stiftung

Ich möchte Sie auch noch auf die CD's, die zum Verkauf bereitliegen, aufmerksam machen. Mit zauberhafter Musik, die die Seele streichelt, werden die Münchner Symphoniker im nächsten Jahr anlässlich des 5-jährigen Jubiläums der Stiftung ein Benefizkonzert geben. Sie haben heute schon Gelegenheit CD's der Münchner Symphoniker zu erwerben und unterstützen auch damit die Bayerische Stiftung Hospiz.

Dank

Ich möchte mich ganz herzlich bei der Kreissparkasse München Starnberg, bei Ihrem Vorstandsvorsitzenden Herrn Kamprath, aber auch bei Herrn Maenner und Frau Rasch bedanken, die diese sicher nicht alltägliche Ausstellung ermöglicht haben. (Ausstellung ist geöffnet bis 12.04.2004)

Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei Ihrer Königlichen Hoheit Beatrice Prinzessin von Bayern, die nicht nur sehr engagiert im Stiftungsrat der Bayerischen Stiftung Hospiz mitwirkt, sondern sich auch bereit erklärt hat, heute als Glücksfee zu fungieren und die Gewinner der Verlosung zu ermitteln.

Ein herzliches Danke gilt auch Ihnen Frau Kraus.
Sie haben im Rahmen der Kunstbegleitung von Patienten und Patientinnen der Palliativstation St. Johannes von Gott am Krankenhaus Barmherzige Brüder München und des ambulanten Hospizdienstes der Caritas die Kreativität der Bewohnerinnen und Bewohner geweckt. Das Ergebnis ist diese wunderbare und beeindruckende Ausstellung. Die Bilder sprechen für sich, drücken Leben und Lebensbilder Sterbender aus.
Lassen Sie die Kunstwerke auf sich wirken!

Nun darf ich das Wort an Pater Anselm übergeben, den berühmtesten Pater Deutschlands, wie er vorletzten Sonntag im Radio bezeichnet wurde, als er sein neuestes Buch (Titel: Finde das rechte Maß) vorgestellt hat. Ich freue mich auf Ihr Referat zum Thema "Kunst und Tod".

Ihnen allen wünsche ich einen eindrucksvollen Abend und viel Lebensgefühl beim Betrachten dieser durch ihre Aussagekraft so einmaligen Bilder.


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