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Palliativmedizin


Die Entwicklung der Medizin in diesem Jahrhundert war beispiellos: Erkrankungen wie die Tuberkulose, die Zuckerkrankheit, die Hämophilie führten noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufig zum Tod, galten als unbehandelbar und unheilbar. Durch die Erkenntnis der Naturwissenschaft und den Einsatz moderner Technik sind die Heilungschancen und die Überlebenszeiten auch schwerer Krankheiten erheblich angestiegen. Die Heilung (Kuration) von Krankheiten ist das Ziel allen ärztlichen Bemühens, hierauf sind Aus- und Weiterbildung der Mediziner ausgerichtet.

Bei allen diesen berechtigten Erwartungen an die Möglichkeiten der Medizin wird jedoch vergessen, daß es eine große Zahl von Erkrankungen gibt, die nicht oder nur vorübergehend behandelbar sind und die rasch oder auch nach einer längeren chronischen Phase zum Tod führen. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die große Gruppe der bösartigen Krebserkrankungen, von denen nur etwa die Hälfte durch Operation, Strahlen- oder Chemotherapie geheilt werden kann. Doch gerade bei Menschen mit nicht mehr heilbaren und voranschreitenden Krankheiten treten oft quälende Beschwerden auf, die zu einer eigenständigen Krankheit werden und behandelt werden müssen. Dies ist die Aufgabe der Palliativmedizin.

Das Wort "Pallium" bedeutet im Lateinischen "der Mantel" – ein schönes Bild: gleichsam wie ein schützender und wärmender Mantel sorgt Palliativmedizin für Wohlbefinden und Beschwerdefreiheit auch in schweren Zeiten einer Erkrankung, und auch im Sterben wird der Patient begleitet. So ändert sich das Behandlungsziel: nicht mehr Heilung oder langfristige Besserung, sondern Linderung stehen im Vordergrund.

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation ist Palliativmedizin die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit begrenzter Lebenserwartung zu einer Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht. Dabei besitzen die Beherrschung von Schmerzen und anderen Beschwerden sowie die Sorge um psychische, soziale und spirituelle Probleme höchste Priorität. Ganz im Vordergrund stehen Erhaltung oder Wiederherstellung von Lebensqualität und die Orientierung an den Bedürfnissen des Kranken und seiner Familie und seinen Freunden.

Palliativmedizin kommt ständig mit Grenzfragen menschlichen Lebens in Berührung und muß sich daher mit ethischen Problemen auseinandersetzen.

Palliativmedizin bejaht das Leben und betrachtet Sterben an einer unheilbaren Krankheit als einen natürlichen Prozeß. Sie grenzt sich klar ab von allen Bestrebungen zur aktiven Euthanasie, versteht sich gleichsam als Alternative zur vermeintlich "erlösenden Spritze". Sie gibt tragfähige Antworten auf die Nöte und Bedürfnisse Schwerkranker: Begleitung, Symptomenkontrolle, Gefühl der Wertschätzung und Geborgenheit. Dies setzt die Zusammenarbeit vieler Berufsgruppen in einem therapeutischen Team voraus: Krankenpflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter, Seelsorger u.v.m. Palliativmedizin ist die "medizinische Seite" der Hospizidee, wie sie sich seit den 60er Jahren dieses Jahrhunderts in England und schließlich auch bei uns entwickelt hat.

Hospizidee und Palliativmedizin helfen, dem schwerkranken Menschen ein Leben bis zuletzt und ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

Unterschrift Dr. Thomas Binsack

Dr. Thomas Binsack
Palliativstation Johannes Hospiz am Krankenhaus
der Barmherzigen Brüder
Romanstr. 93
80639 München


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