Direkt zum Textbeginn
Bayerisches Staatswappen

Bayerische Stiftung Hospiz

Sie sind hier: Start >> Patientenverfügung/Arbeitshilfen/Vorträge >> Vorträge >> Spiritualität in der Sterbebegleitung


bot

Spendenkonto

HypoVereinsbank
München
Konto-Nr.: 2 750 600
BLZ: 700 202 70
(IBAN: DE31700202700002750600
BIC: HYVEDEMMXXX)

Werden Sie ein Fan der Bayerischen Stiftung Hospiz auf Facebook

Die Bayerische Stiftung Hospiz bei Facebook

Spiritualität in der Sterbebegleitung

- ein Workshop bei der 3. Fachtagung zur Hospizarbeit der Bayerischen Stiftung Hospiz am 13.Oktober 2003 in Schloss Schney -

1. Schritt: wahrnehmen

top

2. Schritt: verstehen

top

2. Schritt noch einmal: wahrnehmen und verstehen

top

3. Schritt: antworten

top

4. Schritt: sich selbst bedenken

Mathias Spaeter, Pfarrer
Evang. Klinikseelsorge Bamberg

top

Anhang:

1. Die spirituelle Dimension im Gespräch

Ein Beispiel:

Ein Patient mit Bauchspeicheldrüsenkrebs sagt: "Wir haben drei Söhne. Mein jüngster studiert noch – wenn ich doch nur noch erleben könnte, wie er das Examen macht." –

Diese Aussage des Patienten kann auf wenigstens vier Ebenen verstanden werden:

Viele Aussagen von Patienten haben also auch eine spirituelle Dimension (Spiritualität in einem erweiterten Sinn): Hier deutet der Mensch sein Leben. Wie in einem Brennpunkt wird es hier – an einem Thema oft – zusammengefasst. Hier werden nicht nur Tatsachen berichtet (3 Söhne und ihr Studium), sondern hier geht es um den Lebensentwurf, die Sehnsucht und den Horizont, in dem ein Mensch sein Leben sieht.

(aus: E. Weiher, Wie mit Schwerkranken über Spiritualität reden?
Die Hospiz-Zeitschrift 11 – 2002 / 1 )

top

2. Die Bedeutung von Riten und Ritualen in der Sterbebegleitung

  1. Riten sind Antworten auf spirituelle Bedürfnisse / Fragen – zum Beispiel:

    Woher bekomme ich / meine Seele Kraft und Energie und Halt – wenn / während Menschen hilflos werden?
    Wer bin ich – jetzt und über den Tod hinaus?
    Was ist mit dem, was in meinem Leben nicht gelungen ist, was ich falsch gemacht habe, wo ich schuldig geworden bin?
    Was bleibt von mir? Wo bleibe ich?
    Wohin mit meiner Angst, Wut, Schmerz, Liebe, Freude?

  2. Wenn die 4 Säulen meiner Identität Körper / Beziehung / Arbeit und Leistung / materielle Sicherheit an Bedeutung und Tragekraft abnehmen, dann bekommt die 5. Säule Werte und Sinn zunehmend Bedeutung.

  3. Hier sind Riten und Rituale eine Form von Antworten; Kennzeichen sind:
    aus einer Tradition entstanden – allgemein-verbindend – die Situation wird angesprochen und darüber hinaus gewiesen – Emotionen können ausgedrückt werden und sie werden begrenzt.

Mathias Spaeter, 3/2003

top

3. Beten mit Sterbenskranken

-- Impulse und Texte --

Biblische Worte:

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn Du bist bei mir,
Dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden
mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben
im Hause des Herrn immerdar.
(Psalm 23)

So spricht der Herr, der Dich geschaffen hat:
Fürchte Dich nicht, denn ich habe dich erlöst;
ich habe Dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
(Jesaja 43,1)

Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.
(aus Psalm 91)
Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich. In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.
(Johannes 14, 1-2a)

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder etwas Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder etwas in der Höhe noch etwas in der Tiefe noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus sich gezeigt hat, unserem Herrn.
(Brief an die Römer 8, 38-39)


Andere Texte:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
(Dietrich Bonhoeffer)

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da Dein Fuß gehen kann.
(Paul Gerhardt)

Schutz und Segen,
Frieden und Freude,
Hilfe und Trost
wünsch ich Dir/Euch
von Gott
dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
(Segen)
Gott sei Dir nahe in allem, was dir begegnet auf dem Weg deines Lebens.
Er umarme dich in Freude und Schmerz und lasse aus beidem Gutes wachsen.
Ein offenes Herz schenke er dir für alle, die deiner bedürftig sind.
Selbstvertrauen und den Mut, dich verwunden und heilen zu lassen.
In aller Gefährdung bewahre er dir Seele und Leib und lasse dein Leben gelingen.
(Sabine Naegeli)

Alle Engel des Himmels
mögen Dich umgeben mit ihrem Glanz
und deine Dunkelheit erleuchten
mit lichten Gedanken.

Sie mögen dich tragen
wo deine Schritte
weder Weg noch Ziel wissen
und du dich nur noch schleppend
fortbewegen kannst.

Sie mögen dich schützen und bewahren
vor allen Gefahren die in dieser Welt auf dich lauern,
und vor allem Dunklen,
was dir so ungewiss ist in dir selbst.

Sie mögen Dir deine Last tragen helfen,
deine Schmerzen abklingen und deine Wunden heilen lassen,
deine Schuld vergeben und deine Angst auflösen in Freude,
dass alles in die wieder heil wird
und leicht.
(Christa Spilling-Nöker)

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gott segne dich und behüte dich.
Er sei dir Schutz und er sei dir Zuflucht in aller Angst.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir
und er sei dir gnädig.
Er sehe all dein Leid. Er höre deine Stimme.
Er begleite und er tröste dich.
Und er schenke dir Frieden (+),
das Wohl des Leibes und das Wohl der Seele.


Anleitung für freies Beten

  1. So geht es mir/dem Patienten
    (Gefühle, Hoffnungen, was ich vermisse, Schmerzen ...)

  2. Bitte / Klage / Dank

    • ich spreche über mich/den Patienten
      ich stelle mich/den Patienten vor Gott

  3. Segen
    Segen ist die Zusage Gottes: "Ich schütze dich, ich bin dir gut und nahe, du bist ein geliebter Mensch"

    • ich stelle Gott vor mich/den Patienten

Seelsorge am Klinikum Bamberg, Pastoralreferentin A. Ernst und Pfarrer M. Spaeter   3/2003

top

Stil wechseln:
Standard Großschrift blau-gelb Druckversion