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3. Fachtagung der Bayerischen Stiftung Hospiz
13.10.03
Schloß Schney, Lichtenfels

Dr. Sabine Gliemann

Workshop "Allgemeine Symptomkontrolle"

Häufige Symptome in der Palliativmedizin

Typische Symptome

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Respiratorische Symptome = Atemnot, Husten

Atemregulation durch Chemorezeptoren für pH, pO2, pCO2

Der Atemantrieb erfolgt durch ein Absinken des pO2 und des pH sowie ein Ansteigen des pCO2.
Bei Patienten mit best. chron. Lungenerkrankungen (z.B. chron. obstruktiver Bronchitis) erfolgt der Atemantrieb nur noch durch das Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut.

Bietet man diesem Patienten zu viel O2 an, wird das Atemzentrum gehemmt !
Der Patient atmet noch schlechter !

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Sauerstoffgabe

Ungefährlich bei Patienten mit sog. respiratorischer Partialinsuffizienz ( pO2 niedrig, pCO2 niedrig bis normal) : z.B. Lungenentzündung, Überwässerung, Lungenembolie, Tumoren im Bereich der Lunge.

Gefährlich bei Patienten mit sog. respiratorischer Globalinsuffizienz (pO2 niedrig, pCO2 erhöht) : z.B. chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenemphysem. Es sollten maximal 2-3 Liter O2 über Nasensonde oder Maske gegeben werden!

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Klinik der respiratorischen Insuffizienz

akut: Luftnot, Angst, Herzrasen, Blässe, Schweißausbruch, schnelle Atemfrequenz, evtl. Zyanose, Bewusstseinstrübung
Beispiel:
Überwässerung, Lungenembolie, Verlegung der Atemwege durch Essen, Erbrochenes, Blut, u.a.m.
chron.: Luftnot, Herzrasen, Zyanose, Unruhe, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, Schwindel, Kopfschmerzen
Beispiel:
chron. obstruktive LE, Tumore, Lungenfibrosen, Staublunge u.a.m.
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Dyspnoe (Atemnot)

Ursachen der Dyspnoe

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Ventilationsstörungen = Belüftungsstörungen

Diffusionsstörungen = Gasaustauschstörungen

Def.: Störung von O2 – Aufnahme u./o. Abgabe von CO2

Urs.:

Lungenfibrose (Veränderung der alveolokapillären Membran), Emphysem (Rarefizierung der Alveolen), Lungenödem, interstitielle Pneumonie, Lungenembolie

Perfusionsstörungen = Durchblutungsstörungen

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Maßnahmen bei Dyspnoe (1)

Maßnahmen bei Dyspnoe (2)

Dyspnoe

Wichtig:

Verstehen des circulus vitiosus:

Angst – Atemnot – Angst – Atemnot – Angst .......

deshalb erklären, was passiert !

Gefördert wird der circulus vitiosus durch ängstlich-aufgeregte Umgebung, insbesondere durch unsicheres, aufgeregtes Personal.

Wichtig:
Bei zu erwartender Atemnot frühzeitig mit dem Patienten und den Angehörigen besprechen, wie man vorgehen soll (z.B. Morphium, Benzodiazepine bei akuter Atemnot).

Vom behandelnden Arzt Notfallplan erstellen lassen !

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Husten

Wichtig:
Der Asthmatiker hustet sich in seinen Anfall hinein,
der Bronchitiker hustet sich heraus.

Husten

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Bluthusten

Definition: Hämoptyse: leichte Blutbeimengung im Auswurf
Hämoptoe:   massives Abhusten von Blut
Ursachen: Tumoren im ges. Atemwegstrakt, Tumoren im HNO-Trakt, Bronchitis, Lungenentzündung, Lungenembolie, Gefäßblutung (Arrosion durch Tumoren, nach Eingriffen, durch Druckerhöhung beim Husten, RR-Erhöhung), Nasenbluten
Therapie:
leichte Blutung: je nach Ursache Hustenstiller, Antibiotika, Inhalationen, RR-Senkung, Kortikosteroide
schwere Blutung: Sedierung mit z.B. Benzodiazepinen, Gabe von Morphium, bei dem Patienten bleiben, ihn halten, ggf. dunkle Handtücher/Bettwäsche zum Abdecken bereit halten

Wichtig: Ist eine schwere Blutung zu erwarten, sollte Vorgehen mit dem Patient, den Angehörigen und dem versorgenden Personal besprochen werden ! Es sollten entsprechende Bedarfsmedikamente vom Arzt angeordnet werden !

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Atemtypen

Normale Atmung:

AF: 12 – 20/Min.

Hyperventilation:
schnelle AF, geringe Atemtiefe
Urs.:

Kussmaul-Atmung:
große, tiefe Atmung
Urs.:

Reizung des Atemzentrums bei Azidose, z.B. Coma diabeticum, Niereninsuffizienz, Methanolintoxikation, Salicylatintoxikation

Azidoseausgleich, ggf. Respiratorbeatmung

Cheyne-Stokes-Atmung:
periodische Atmung mit unterschiedlicher Frequenz und Tiefe
Urs.:

Herabsetzung der Erregbarkeit des Atemzentrums auf CO2, z.B. Hypoxämie unterschiedlicher Genese, auch bei Morphiumintoxikation

Therapie der Grundkrankheit, ggf. Respiratorbeatmung

Biot-Atmung:
Schnappatmung, kein erkennbarer Rhythmus
Urs.:

völlige Unempfindlichkeit des Atemzentrums auf CO2
Immer ein Zeichen des bald eintretenden Todes. Tritt bei vielen schweren Erkrankungen im Endstadium auf.

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Death Rattle = Todesrasseln

Bei 60 – 70 % der Patienten im Finalstadium

Urs.:

Klinik:
atemsynchrones Rasseln, v.a. exspiratorisch, Lunge auskultatorisch meist unauffällig, Atmung oft ruhig, keine äußeren Anzeichen von Atemnot, Atemfrequenz und -tiefe normal

Wichtig:
belastet Außenstehende, insbes. Angehörige, oft sehr.

Den Angehörigen erklären, dass es sich um ein typisches Symptom der Finalphase handelt und der Patient i.a. keine Luftnot dabei hat.

Therapie:

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