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Pressemeldung

Juli 2004

Bayerische Stiftung Hospiz zum Euthanasiebericht der Niederlande

Vor kurzem wurde der Jahresbericht der regionalen Kontrollkommission für Sterbehilfe in den Niederlanden vorgelegt.

Für das Jahr 2003 wurden 1.815 Fälle von aktiver Sterbehilfe gemeldet, was einen Rückgang von mehr als 300 Fällen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch die zuständige Staatssekretärin des niederländischen Gesundheitsministeriums, Frau Clémence Ross-van Dorp, vermutet ein nachlassendes Meldeverhalten der beteiligten Ärzte und kündigte in einem Schreiben an das niederländische Parlament eine Untersuchung der Hintergründe an.

Aus diesem Grund ist anzunehmen, dass in weit mehr als den gemeldeten Fällen aktive Sterbehilfe durchgeführt wird. Es steht zu befürchten, dass diese Fälle zum Teil nur deshalb nicht an die regionalen Kontrollkommissionen gemeldet werden, weil die gesetzlichen Voraussetzungen zu aktiven Sterbehilfe nicht erfüllt sind. Besonders bedenklich stimmt die relativ geringe Zahl der aus Krankenhäusern und Pflegeheimen gemeldeten Fälle, da es sich hierbei in besonderem Maße um Personen handelt, die auf die Pflege und Fürsorge anderer angewiesen sind ist und die häufig nicht mehr in der Lage sind, ihren eigenen Willen zur Lebenserhaltung zu äußern. Somit mag es nicht verwundern, dass immer mehr ältere Menschen in den Niederlanden und Belgien – Länder mit den liberalsten Regelungen zur aktiven Sterbehilfe, – eine "Lebensverfügung" bei sich tragen, mit der sie sich vor Maßnahmen zur ungewollten Lebensbeendigung schützen wollen.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bayerischen Stiftung Hospiz, der Palliativmediziner Dr. Thomas Binsack, schließt sich deshalb den Worten der Landesvorsitzenden des Bayerischen Hospizverbandes, Frau Barbara Lanzinger MdB an. "Die Beseitigung schwerstkranker und sterbender Menschen durch aktive Sterbehilfe ist menschenverachtend. Der Jahresbericht der Niederlande unterstreicht einmal mehr, dass ein Umdenken in unserem Umgang mit Tod und Sterben nötig ist. Es ist unsere Aufgabe, die Angst vor Leiden am Lebensende zu überwinden, indem wir für Rahmenbedingungen sorgen, in denen ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt ermöglicht wird", so Barbara Lanzinger MdB wörtlich.

Die Bayerische Stiftung Hospiz ist aus der bayerischen Hospizbewegung heraus entstanden und setzt ihre Mittel ganz konkret dafür ein, die Begleitung Sterbender, sowie die palliativmedizinische und palliativpflegerische Versorgung zu verbessern. Schirmherrin der Stiftung ist Bayerns Sozialministerin Christa Stewens. Weitere Informationen zur Stiftung stehen unter www.bayerische-stiftung-hospiz.de zur Verfügung.


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