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Pressemeldung

München, 30. März 2004

"Wo Worte fehlen" – Vernissage der Bayerischen Stiftung Hospiz und der Kreissparkasse München Starnberg

Hospiz ist ein Ort des Lebens und wo gelebt wird, kann auch gemalt werden. Um dies auch öffentlich zu zeigen, lud Bayerns Sozialministerin Christa Stewens am 10. März 2004 als Schirmherrin zu einer von der Bayerischen Stiftung Hospiz veranstalteten Vernissage zum Thema "Wo Worte fehlen" nach Starnberg ein. Die Bilder der Ausstellung entstanden im Rahmen der Kunstbegleitung von Patienten und Patientinnen der Palliativstation St. Johannes von Gott am Krankenhaus Barmherzige Brüder in München-Nymphenburg und des angeschlossenen ambulanten Hospizdienstes der Caritas. In den Räumen der Kreissparkasse wurden die Bilder erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Sie sprechen eine eigene Sprache ohne Worte. Sie sind mit ihren Farben gelebtes Leben.

Etwa 150 Gäste folgten der Einladung. Karl Ludwig Kamprath, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse München Starnberg, begrüßte die Anwesenden. Frau Staatsministerin Stewens freute sich in ihrer Ansprache, dass so viele Gäste zur Eröffnung der Ausstellung nach Starnberg gekommen waren und sich ganz bewusst dem Thema "Sterben" gestellt haben. Die Ministerin betonte, dass die Gäste dazu bei tragen, das gesellschaftliche Tabu aufzubrechen und Sterben wieder als selbstverständlichen Bestandteil des Lebens zu sehen.

Pater Anselm Bilgri vom Kloster Andechs wies in seiner Ansprache über das Thema "Kunst und Tod" darauf hin, dass heute nötiger denn je Menschen gebraucht werden, die als Begleiter bereit sind, die Schritte über die Schwelle des Lebens mitzugehen. Die Menschen, deren Bilder in der Ausstellung zu sehen sind, haben solche Begleiter gefunden: Menschen, die ihnen geholfen haben, sich kreativ und fantasievoll mit dem Tod auseinander zu setzen und ihn damit vielleicht ein Stück menschlicher und annehmbarer werden zu lassen. Zum Schluss seiner Ansprache wünschte Pater Anselm allen Besuchern die Ahnung, dass der Tod – auch wenn der Gedanke an ihn manchmal die Luft abschnürt – eine Tür zum Leben in Fülle ist.

Anschließend wurde die Ausstellung offiziell durch die Kunstbegleiterin Marianne Kraus eröffnet. Frau Kraus führte aus, dass das gemalte Bild – anders als die Fotografie – eine Eigenschau des Menschen ist, der malt. Es ist Wort, das in der Einsamkeit des Schaffens geboren wird, ein Wort, das sich selbst erzeugt, ungezwungen und freiwillig. Das Geheimnis dessen, was wir Seele nennen, gibt sich frei, zeigt sich, ohne sich zu entblößen. Der malende Mensch ist Baumeister des Lebens, mit den Steinen seines Erlebens und mit den Farben, die die Fantasie der Gegenwart anbietet. Schwerstkranke haben einen eigenen Blick. Ihre Sicht kommt bereits aus dem Abschied, aus einem Bewahren, das nicht mehr festhält. Ihre Sicht kommt aus Traumräumen, die wir nicht kennen.

Die Bilder reden, aber sie behüten zugleich ihr Geheimnis. Das Strahlen eines Bildes ist das, was wir nicht kennen. Oder mit Rainer Maria Rilke gesprochen: "Es sind Bilder, die alles preisen und nichts preisgeben". So sind auch diese Bilder nicht erklärbar, das Geheimnis nicht auflösbar, das in ihnen ist.

Die Bayerische Stiftung Hospiz wollte mit dieser Veranstaltung – so Pater Anselm treffend – den "Tod aus der Toilette" holen, wie es Elisabeth Kübler-Ross einmal formuliert hat. Die Stiftung steht unabhängig von Partei und Konfession dafür, das Sterben schmerzfrei und würdevoll zu gestalten und den Sterbenden einen Abschied in häuslicher Umgebung im Kreis ihrer Angehörigen zu ermöglichen.

Einige der ausgestellten Bilder, Fotos von der Vernissage sowie das Grußwort von Frau Staatsministerin Stewens können auf der Homepage unter www.Bayerische-Stiftung-Hospiz.de abgerufen werden. Dort sind auch Informationen über weitere Veranstaltungen der Bayerischen Stiftung Hospiz zu finden. Bei Fragen steht die Stiftungsverwaltung unter der Telefonnummer 0921-605 3350 zur Verfügung.

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