Direkt zum Textbeginn
Bayerisches Staatswappen

Bayerische Stiftung Hospiz

Sie sind hier: Start >> Aktuelle Informationen >> Pressemeldungen >> Januar 2003


bot

Spendenkonto

HypoVereinsbank
München
Konto-Nr.: 2 750 600
BLZ: 700 202 70
(IBAN: DE31700202700002750600
BIC: HYVEDEMMXXX)

Werden Sie ein Fan der Bayerischen Stiftung Hospiz auf Facebook

Die Bayerische Stiftung Hospiz bei Facebook
Bayerische Stiftung Hospiz

Pressemeldung

Bayerische Stiftung Hospiz sieht akutstationäre Palliativversorgung durch das neue Entgeltsystem für die Krankenhäuser (DRG) gefährdet

Für die in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebauten Palliativstationen an 11 Krankenhäusern in Bayern könnte es unter dem neu eingeführten Vergütungssystem unwirtschaftlich werden, weiterhin eine qualitativ hochwertige palliativmedizinische Betreuung der Patienten am Lebensende zu erbringen. Darauf weist die Bayerische Stiftung Hospiz zu Beginn des neuen Jahres hin. Palliativstationen, deren Aufgabe in erster Linie die Linderung von Schmerzen ist, behandeln schwerkranke und sterbende Patienten mit dem Ziel, ihnen ein würdevolles Leben bis zum Tod zu ermöglichen. Dies erfordert einen hohen Pflegeaufwand, einen entsprechenden Personalschlüssel und in der Regel längere Verweildauern der Patienten auf der Station.

Zum 01. Januar 2003 ist ein durchgängiges, leistungsorientiertes und pauschalierendes Vergütungssystem auf der Grundlage der Diagnosis Related Groups (DRG) eingeführt worden, das die Krankenhäuser in Deutschland dieses Jahr bereits freiwillig, ab dem 01. Januar 2004 verpflichtend anwenden müssen. Ab diesem Zeitpunkt werden sämtliche Leistungen des Krankenhauses mit Ausnahme der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapeutischen Medizin über Fallpauschalen vergütet. Die Pauschalpreise sind jeweils für bestimmte Diagnosegruppen auf der Basis von Durchschnittsverweildauern kalkuliert. Die zu Grunde gelegten Verweildauern in den für Palliativpatienten einschlägigen Diagnosegruppen liegen zum Teil erheblich unter den auf Palliativstationen regelmäßig zu erwartenden Werten.

Experten sind sich aufgrund von Untersuchungen einig, dass unter dem Fallpauschalensystem die Gefahr besteht, dass palliativmedizinische Leistungen nicht mehr ausreichend vergütet und damit auch nicht mehr im notwendigen Umfang erbracht werden. Palliativpatienten zeichnen sich durch rasch veränderliche Krankheitsverläufe aus, die nicht durch die Haupt- und Nebendiagnosen sowie die Komorbiditäten wiedergegeben werden können, wie sie für die Vergütung über DRG's maßgeblich sind. Denn Palliativbehandlung bedeutet ein hohes Maß an kompetenter palliativpflegerischer, psychosozialer und palliativmedizinischer Unterstützung, die sich in Abhängigkeit von der Erkrankungsphase von Fall zu Fall unterscheidet.

Der Bundesgesetzgeber erhebt den Anspruch, über das deutsche DRG-System möglichst alle Krankenhausfälle erfassen und vergüten zu können. Der derzeit vorliegende Fallpauschalenkatalog bildet die Palliativbehandlung im Krankenhaus nach Ansicht der Fachgesellschaften aber nicht sachgerecht ab. Die Fachverbände sind bereits an die mit der Weiterentwicklung betraute Selbstverwaltung mit dem Ziel herangetreten, eine sinnvolle Eingruppierung der Palliativpatienten zu erreichen und damit die ausreichende Finanzierung der Palliativbehandlung sicherzustellen.

Diese Forderung wird von der Bayerischen Stiftung Hospiz unterstützt. Ziel muss es sein, die in den vergangenen Jahren in mühevoller Arbeit geschaffenen Versorgungsstrukturen und das hohe Qualitätsniveau der Betreuung von schwerkranken und sterbenden Patienten auf den Palliativstationen zu erhalten und in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

Frau
Christine Denzler-Labisch
Vorsitzende des Stiftungsrates
der Bayerischen Stiftung Hospiz
Hegelstr. 2

95447 Bayreuth

Tel: 0921/605-3350
Fax: 0921/605-3902

top

Stil wechseln:
Standard Großschrift blau-gelb Druckversion