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Bayerische Stiftung Hospiz

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Bayerische Stiftung Hospiz

"Es ist nicht der Tod, es ist das Sterben das mich beunruhigt." (M. E. Montaigne)

"Mein allererster Einsatz als Hospizhelferin war bei einem siebenjährigen schwerstkranken Jungen und seinen Eltern. Wenn ich bei dem Kind war, konnte die Mutter für ein paar Stunden etwas für sich tun und sich ein klein wenig von der anstrengenden Pflege des Kindes erholen. Der Bub wog zum Schluss mit 9 Jahren noch acht Kilo. Seine Beine waren so dünn wie mein Mittelfinger. Bei all der Schwere, die ich bei der Familie erlebt habe, wenn ich den kleinen Stefan im Arm hielt, ahnte ich manchmal etwas von dem, womit sich Philosophen und Theologen oft ein Leben lang plagen und letztendlich immer nur Antwortversuche wagen können", so der Bericht von Frau Seitzer, einer von rund 2000 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und Hospizhelfern in Bayern.

Abschied zu nehmen fällt schwer. Für den, der gehen muss und für den Menschen, der bleibt. Hinzu kommt, dass Sterben und Tod zu Tabuthemen geworden sind. Werte wie Jugendlichkeit, Sportlichkeit und Leistungsfähigkeit stehen im Vordergrund. Auch die Medizin ist von solchen Tendenzen nicht frei. Der Hochleistungsmedizin fällt es schwer, den Tod anzunehmen und ihn nicht als Niederlage zu betrachten.

Hospiz ist ein Konzept, eine Haltung, eine Einstellung. Weltweit hat es sich die Hospizbewegung zur Aufgabe gemacht, Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen zur Seite zu stehen, um ihnen das Leben – auch wenn es zu Ende geht – lebenswert zu machen, um das Sterben schmerzfrei und menschenwürdig zu gestalten, den Sterbenden einen Abschied in der vertrauten häuslichen Umgebung im Kreis der Angehörigen zu ermöglichen. Sterbebegleitung statt Sterbehilfe!

Von dieser enormen Motivation überzeugt, haben sich Ende 1999 der Freistaat Bayern, der Bayerische Hospizverband, der Christophorus-Hospizverein sowie der Orden der Barmherzigen Brüder zusammengetan und die Bayerische Stiftung Hospiz – als Stiftung des bürgerlichen Rechts – gegründet. Die Bayerische Stiftung Hospiz hilft dort, wo das große ehrenamtliche Engagement der Hospizhelferinnen und -helfer allein nicht genügt. Wie die Schirmherrin der Stiftung, Bayerns Sozialministerin Christa Stewens, betont, ist es Aufgabe der Stiftung, den Hospizgedanken zu verbreiten und die Sterbebegleitung überall da, wo Mensch sterben, zu verbessern. Dazu gehört z.B. die Verbreitung der Palliativmedizin, der Aufbau eines Netzwerks mit ambulanten, teilstationären und auch vollstationären Hospizeinrichtungen, die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller in der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender Tätigen sowie die Forschung.

Die Stiftung hat in den 2 1/2 Jahren ihres Bestehens über 180.000 € für die Verbesserung der Sterbebegleitung zur Verfügung gestellt. Um den Wunsch der meisten Menschen zu verwirklichen, möglichst in vertrauter Umgebung zu sterben, hat sie dabei in erster Linie die ambulante Hospizarbeit unterstützt. Vielen Hospizvereinen konnte durch eine Anschubfinanzierung der Start erleichtert werden. Ab 2002 hat die Stiftung die Förderung der ambulanten Hospizarbeit weiter ausgebaut. Die Bayerische Stiftung Hospiz fördert gemeinnützig tätige Hospizvereine mit einer Pauschale von bis zu einem Euro für jede geleistete Hospizhelfer-Einsatzstunde. Allein dafür werden jährlich rund 100.000 € benötigt. Daneben werden u. a. Fachtagungen, Seminare und Modellprojekte finanziert, um z.B. die Sterbebegleitung in den Alten- und Pflegeheimen zu verbessern.

Trotz all dieser beeindruckenden Zahlen und Aktivitäten stehen wir noch am Anfang. Immer noch sterben 55 % der Bevölkerung in Deutschland in einem Krankenhaus, 30 % in einem Alten- und Pflegeheim und lediglich 10 % zu Hause. Gleichzeitig wünschen sich 90 %, zu Hause im Kreise ihrer Nächsten zu sterben. Hier muss ein Umdenken und eine Kehrtwende stattfinden. Hospizidee und Palliativmedizin müssen in alle Bereiche unseres Gesundheitswesens integriert werden. Die Hausärzte brauchen ausreichende Kenntnisse in Schmerztherapie, unsere Krankenschwestern und Pfleger müssen in der Sterbebegleitung fortgebildet werden und schließlich brauchen wir einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung: Sterben gehört zu unserem Leben dazu.

Die Bayerische Stiftung Hospiz hat sich viel vorgenommen. Um diese Ziele zu erreichen, ist sie auf Unterstützung angewiesen. Im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen, die 50 bis 70 % ihrer Einnahmen für die Verwaltung aufwenden müssen, trägt jeder Euro der der Bayerischen Stiftung Hospiz zufließt, unmittelbar dazu bei, die Sterbebegleitung zu verbessern. Dies ist möglich, weil der Freistaat Bayern Personal zur Verwaltung der Stiftung kostenlos zur Verfügung stellt.

Info:
Bayerische Stiftung Hospiz, Hegelstr. 2, 95447 Bayreuth, Tel: 0921/605-3350
www.bayerische-stiftung-hospiz.de
Spenden: HypoVereinsbank München, BLZ: 700 202 70; Konto-Nr.: 2750600

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